Was die Wirtschaftsforschung über Sparen, Streuen und unsere eigenen Denkfehler herausgefunden hat – kurz zusammengefasst für die private Altersvorsorge.
1
Sparen automatisieren
„Save More Tomorrow“ (2004): Legen Sie schon heute fest, dass ein Teil künftiger Gehaltserhöhungen automatisch gespart wird – etwa per ETF-Sparplan. So steigt die Sparquote, ohne dass Sie jeden Monat neu gegen die eigene Bequemlichkeit ankämpfen.
Richard ThalerNobelpreis 2017 · Konzept zusammen mit Shlomo Benartzi
2
Vermögen breit streuen
„Portfolio Selection“ (1952): Entscheidend ist nicht nur die Rendite einzelner Anlagen, sondern wie sie gemeinsam das Risiko beeinflussen. Daher: über viele Unternehmen, Branchen und Länder verteilen statt auf eine Aktie setzen.
Harry MarkowitzNobelpreis 1990, geteilt mit Merton H. Miller und William F. Sharpe
3
Nicht ständig den Markt schlagen wollen
„Efficient Capital Markets“ (1970): Öffentliche Informationen stecken meist schon im Kurs. Wer rational handeln will, meidet hektisches Hin und Her und investiert langfristig und breit gestreut.
Eugene FamaNobelpreis 2013, geteilt mit Lars Peter Hansen und Robert Shiller
4
Verluste nicht über Entscheidungen bestimmen lassen
Prospect Theory (1979): Verluste schmerzen stärker, als gleich hohe Gewinne freuen – deshalb halten Anleger schlechte Investments oft zu lange. Hilfreiche Frage: „Würde ich diese Anlage heute noch einmal kaufen?“
Daniel KahnemanNobelpreis 2002 · Forschung mit Amos Tversky († 1996)
5
Über das ganze Leben planen
Lebenszyklus-Hypothese (1954): Einkommen und Ausgaben über das gesamte Leben betrachten, nicht von Monat zu Monat. In guten Erwerbsjahren Vermögen aufbauen, von dem man im Ruhestand teilweise lebt.
Franco ModiglianiNobelpreis 1985 · Hypothese zusammen mit Richard Brumberg
6
Stimmung nicht mit Chancen verwechseln
„Judgment under Uncertainty“ (1974): Wir schätzen Chancen danach ein, welche Beispiele uns gerade einfallen. Nach einem Crash wirkt die Börse übertrieben riskant, nach Jahren des Aufschwungs trügerisch sicher.
Daniel KahnemanNobelpreis 2002 · Aufsatz zusammen mit Amos Tversky
7
Nicht kaufen, nur weil alle kaufen
Studie zur Kursschwankung (1981): Aktienkurse schwanken stärker, als es Gewinne und Dividenden erklären. Ein stark gestiegener Preis beweist keine Qualität – Herdentrieb kann Aktien und Immobilien überteuern.
Robert ShillerNobelpreis 2013, geteilt mit Eugene Fama und Lars Peter Hansen
8
Vorsicht, wenn die Gegenseite mehr weiß
„The Market for Lemons“ (1970): Wer mehr über ein Produkt weiß, hat einen Vorteil – ob beim Gebrauchtwagen, bei Versicherungen oder komplexen Finanzprodukten. Deshalb: unabhängig informieren, Preise vergleichen, Bedingungen genau lesen.
George AkerlofNobelpreis 2001, geteilt mit Michael Spence und Joseph Stiglitz
Gemeint ist jeweils der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel („Wirtschaftsnobelpreis“). Eigene Zusammenfassung, inspiriert vom Artikel „Von Nobelpreisträgern lernen: Acht Regeln für Ihr Geld“ in der WirtschaftsWoche (Jubiläumsausgabe zum 100. Geburtstag, 11.10.2026). Keine Anlageberatung.